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Ötztaler Radmarathon 2018

Dieser Ötzi war nach 2012, 2014 und 2016 bereits der vierte Start in Sölden. Keine Ahnung, warum ich nie in den ungeraden Jahren gelost werde ... und vor allem warum ich drei von vier meiner Ötzis bei miserablem Wetter fahren musste.

Schon eine Woche vor dem Start zeigten alle Wetter-Apps an, dass es die komplette Woche regnen wird ... und am Samstag vor dem Rennen hatte sich das Tief wunderbar in den Alpen festgesetzt:

Und scheiße kalt war es auch noch.

Die Meteorologin hatte bei der Fahrerbesprechung jedoch eine gute Nachricht für die 5.000 Radler: "Es wird nicht schneien". Damit hatte sie komplett recht. Mit der weiteren Prognose lag sie jedoch voll daneben.

Anstatt nachmittags gegen 15:00 Uhr fing es schon zwei Stunden nach dem Start bei der Auffahrt auf den Kühtai an zu regnen. Oben auf dem Pass war es dann 4 Grad kalt ... und die Schuhe waren trotz Überzieher bereits nass. Dazu kamen tief hängende Wolken und nasse Straßen, so dass man nur sehr langsam talwärts fahren konnte. Die Abfahrt nach Innsbruck dauerte bereits 10 Minuten länger als in 2016.

Zum Glück habe ich bei der Auffahrt auf den Brenner eine gute Gruppe gefunden, wo ich mich dran hängen konnte. Zwischenzeitlich hatte es endlich aufgehört zu regnen ... aber ich konnte die Regenjacke nicht ausziehen, sonst hätte ich den Anschluss an die Gruppe verloren. Richtig nah auffahren konnte man trotzdem nicht, da die Straßen noch nass waren. Für die Auffahrt zum Brenner habe ich dadurch vier Minuten länger gebraucht als bei meiner Bestzeit in 2016. Insgesamt lag ich 20 Minuten darunter ... damit war ich angesichts  der Rahmenbedingungen zufrieden.

Bei der Talabfahrt runter nach Italien musste ich die Regenjacke noch anlassen, weil es war einfach immer noch scheiße kalt war ... und einstellige Temperaturen bei Geschwindigkeiten von etwa 80 km/h nur begrenzt lustig sind.

Vor der Auffahrt auf den Jaufenpass habe ich mich dann umgezogen und konnte nach 150 km endlich das erste mal in kurz fahren. Blöd, dass es nach einer halben Stunde wieder heftig zu regnen anfing. Also lange Hose und Regenjacke wieder an ... und weiter gings. Der Jaufenpass ist echt "dreckig" da er keine flachen Teilstücke hat, auf denen man ein bisschen durchatmen kann.

Kurz vor der Passhöhe auf 2.090 Metern lag die letzte Labestation vor dem Timmelsjoch. Dieses Mal wollte ich nicht den gleichen Fehler wie in 2016 machen, wo ich ohne Anhalten weiter gefahren bin ... und es am Timmelsjoch bitter bereut habe :-)

Dieses Mal habe ich beide Flaschen mit Cola (nein, keine light) aufgefüllt und mindestens 3 Käasebrote gegessen. Und zum Nachtisch gabe es Kuchen ...

Die Abfahrt nach St. Leonhardt lief trotz der Straßenverhältnisse super ... und tatsächlich habe ich im Kreisverkehr zur Auffahrt auf das Timmelsjoch die Sonne gesehen.  S o n n e   ... yeah.

Also zum zweiten mal Regenjacke und Regenhose ausziehen und damit dann gings los auf den 29 km langen Anstieg:

Dieses mal dauerte es keine Viertelstunde, dann fing es wieder stark an zu regnen. Also wieder umziehen ... weiter treten ... und irgendwie versuchen, sich nicht emotional runter ziehen zu lassen.  Es war eine Freude, durch die Tunnel zu fahren ... da war man wenigstens für ein paar Meter trocken. Bis zur Labestation nach 15 km lief es eigentlich sehr ordentlich. Ich war müde ... aber fit ... und ich hatte bis hierhin eigentlich noch kein Tief. Dort habe ich mir noch mal die beiden Flaschen mit Cola gefüllt, zwei heiße Suppen zum Aufwärmen gegessen, zwei Kuchen für die Hand mitgenommen und war bereit für die letzten 14 km Anstieg.

Je höhe wir kamen desto kälter wurde es, die Füße waren komplett nass ... aber trotzdem es lief irgendwie rund. Diese Wetterverhältnisse zermürben einen irgendwie ... dennoch hatte ich nie ein richtiges Tief.

Und wenn man erst mal die Kehren kurz vor dem Gipfel erreicht hat ... dann weiß man, dass man den Ötzi geschafft hat .. und das gibt noch einmal zusätzliche Energie:

Die Abfahrt zurück nach Sölden hat ziemlich genau 1 Stunde gebraucht, etwa 10 Minuten länger als in 2016.

Mit 12:28 Stunden habe ich zwar eine Stunde länger gebraucht als in 2016, dennoch war ich mega zufrieden. Den Ötzi innerhalb der knock-out-Zeiten zu schaffen, ist schon grandios. Bei diesen Wetterverhältnissen ins Ziel zu kommen ist echt ne geile Sache.

Natürlich fragt man sich, wenn man frierend im Ziel steht, warum tue ich mir das eigentlich an :-) Aber schon eine Nacht später ist klar ... ich melde mich 2019 wieder an ...

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